Gemeindegruß März 2026

der Ev.-reformierten Kirchengemeinde
Lütetsburg – Norden


Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Freut euch allezeit!“

Das schreibt der Apostel Paulus in einem Brief an die christliche Gemeinde in Philippi. Fast zweitausend Jahre ist das her.

Paulus schreibt diesen Brief im Gefängnis. Er rechnet mit der Todesstrafe. Er weiß auch: Christinnen und Christen werden verfolgt, auch in Philippi.

Paulus hat viele Gründe, sich nicht zu freuen. Und trotzdem schreibt er: „Ich freue mich. Ich werde mich freuen. Ich freue mich mit euch.“

Keine kitschige, keine oberflächliche Freude ist es. Eine ernsthafte, weil den Menschen zugewandte, von Herzen kommende und zu Herzen gehende Freude beschreibt Paulus.

Paulus freut sich nicht über seine Situation im Gefängnis. Er freut sich auch nicht am Leid anderer Menschen. Und auch nicht über die Situation der verfolgten Menschen. Oder dass es anderen noch schlechter geht als ihm.

Paulus freut sich über Gottes Liebe. Weil er spürt: Gottes Liebe trägt und befreit ihn. Trotz Gefängnis. Trotz Verfolgung. Er spürt Gottes Liebe und freut sich – trotz allem.

Paulus schreibt: „Freut euch im Herrn allezeit! Nochmals will ich es sagen: Freut euch!“

Paulus betont dies so, weil er weiß: Die Freude über Gottes Liebe ist nicht einfach. Besonders für Menschen in einer schwierigen Situation ist sie es nicht.

Es ist ihre Passionszeit. Passion bedeutet Leiden. Die Leidenszeit von Menschen kann lang sein. Wir denken an sie in dieser Passionszeit. Wir leiden mit ihnen. Sym-pathie nennen wir es, Mit-leiden, Mit-fühlen. Und wir denken an den, der die Leiden am Ende überwunden hat. Wir denken an Jesus Christus. Wir denken an sein furchtbares Leiden.

Und wir denken an den Ostermorgen, an das Geschenk neuen Lebens, eines versöhnt mit den Menschen und mit Gott. Versöhnt mit der Welt und mit ihr im Reinen, geschenkt ein neuer Anfang inmitten des Lebens.

An Jesus Christus denkt Paulus, erinnert sich an dessen Leiden, entdeckt dort, am Kreuz, die Versöhnungstat Gottes und versteht, dass alle Schuld am Kreuz getilgt ist – und wenn diese Erkenntnis auch höher ist als all unsere menschliche Vernunft: In Christus ist das neue Leben, befreit von allen Fesseln – im Gefängnis wie von aller Schuld.

Paulus schreibt: Wie groß unsere Sorgen auch sind, wir dürfen sie Gott übergeben. Der schenkt seine Versöhnung, der schenkt seine Liebe – jeder und jedem von uns. Wenn Sie darauf vertrauen, spüren Sie es vielleicht auch: Gottes Liebe trägt und befreit.

Leidenszeit – Freudenzeit – unser Hoffen und Beten, unser Vertrauen und Glauben haben einen Grund: Jesus Christus. Und sie haben ein Ziel: Gott wird uns erhören, unser Sehnen, unser Rufen, unsere Gebete.

Die Freude über Gottes Liebe ist die größte Freude. Und diese Freude über Gottes Liebe, die wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen – in und trotz allem, was Sie auf dem Herzen haben. Ich wünsche Ihnen den Trost und die Freude am Leben, die Gott schenkt, mit Licht zur Orientierung und Wärme im Herzen.

Freuen Sie sich mit mir an Gottes Liebe!

Mit österlich-hoffnungsfrohem Gruß

Ihr Pastor Detlef Sprick


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