Gemeindegruß März 2019

der ev. – reformierten Kirchengemeinde
Lütetsburg – Norden


Liebe Mitglieder und Freunde der Gemeinde

Philipper 1, Vers 9 steht: „Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung!“

Liebe lernen? Liebe leben!

Am Anfang ist die Liebe. Sie wird uns geschenkt. Von den Eltern, als sie uns liebevoll in den Arm genommen haben. Liebe ist das erste, was wir zu spüren bekommen, wenn wir das Licht der Welt erblicken.

Am Anfang war die Liebe. Sie hat diese Welt ins Dasein gerufen. Ohne die Liebe wäre die Natur nicht geschaffen worden. Es gäbe kein Leben, nicht meines, nicht deines. Ohne die Liebe würde diese Welt nicht bestehen können. Und es gäbe keinen Tag, den zu leben es sich lohnen würde. Und am Ende, wenn selbst der Glaube zerbrochen und die Hoffnung entschwunden sind, dann ist es die Liebe, die bleibt. Sie ist die größte von allen, so überschwänglich singt Paulus von ihr in seinem Hohelied auf die Liebe.

Die Liebe: Sie ist Anfang, Mitte und Ende des Lebens und der Welt. Die Liebe hält sie im Innersten zusammen.
Der Apostel Paulus verbindet die Liebe mit zwei weiteren Begriffen, die unser Leben ausmachen: mit Erkenntnis und Erfahrung. Da mögen auch autobiographische Einsichten und Veränderungen mit hineinspielen. Die Apostelgeschichte erzählt von ihnen genauso anschaulich wie dramatisch, wie Saulus – so hieß Paulus damals noch – die Christen bis in die Stadt Damaskus hinein verfolgt. Ihm sind die Christen ein Ärgernis, üble Gotteslästerer. Und seine Seele findet erst Ruhe, wenn sie alle verhaftet sind. Was dann passiert, ist bekannt: Er begegnet dem Auferstandenen. Dieser bringt ihn zu Fall und stellt ihn neu auf die Beine. Er macht ihn blind, damit er wahrhaft sehend wird.

Seine Welt war bis dahin so einfach und klar gewesen, sie hatte ihre Ordnung gehabt, ihre genauen Regeln. Und wer dagegen verstößt, der gehört nicht mehr dazu. Nun war seine so klare und eindeutige Welt zerbrochen. Die Erfahrung lehrt ihn. Die Erkenntnis ist da: Es geht nicht um Regeln und Gebote, auch nicht um religiösen (Über-)Eifer. Es geht um die Liebe.

Mit dieser Liebe hat Paulus auch weiterhin seine Erfahrungen gemacht. Sie wird zum Band, das ihn mit seinen Gemeinden in Verbindung hält. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein Zusammenleben mit gegenseitiger Wertschätzung und in gegenseitigem Vertrauen. Gerade zu der Gemeinde in Philippi scheint das Verhältnis sehr eng zu sein. Mit der Gemeinde in Korinth hat er dagegen zu kämpfen. Misstrauen und falsche Beschuldigungen bestimmen am Ende die Beziehung zwischen beiden, aber auch innerhalb der Gemeinde gibt es Arroganz und Neid, statt gegenseitigem Respekt und Achtung ein erschreckendes Maß an Verachtung. Gerade deshalb weist Paulus auf die Liebe als Grund und Mitte des Zusammenlebens hin.

Ist es diese Liebe der Wertschätzung, des Respekts, des Vertrauens, die unser Leben im Alltag und in unserer Gemeinde erfüllt? Abfälliges Reden hat da keinen Platz, das Leben auf Kosten anderer und ohne Rücksicht auf die Schwächeren gibt es dort nicht. Beten wir darum, liebevoll miteinander umzugehen? Oder haben wir noch so manches zu lernen?

Was würde Paulus uns heute schreiben von der Liebe?

Detlef Sprick

 

Der Gemeindegruß vom März 2019 wird demnächst versandt.

 


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