Gemeindegruß März 2022

der Ev. – reformierten Kirchengemeinde
Lütetsburg – Norden


Liebe Mitglieder und Freunde der Gemeinde

„Einer trage des anderen Last – so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Galater 6, Vers 2

Ein wichtiges Wort für unser Handeln. Es könnte unser Leitspruch sein.
Vom Lasten tragen, von Belastungen – und Entlastungen spricht dieser Satz. Paulus hat ihn sich überlegt. Er hat ihn in einem Brief, den er an eine Gruppe von Gemeinden in Galatien gesandt hat, aufgeschrieben. Galatien, das ist eine Region im Süden der heutigen Türkei. Das ist vielleicht nicht so wichtig. Wichtig aber ist, dass es eine Region war, in der die jüdische und auch die christliche Religion bis dahin keine Ausprägungen hatte. Und der Islam folgte bekanntlich ein halbes Jahrtausend später.

Paulus brachte dorthin also das Evangelium von Jesus Christus und sagt: Das macht Euch frei – frei von allem, was Euch bedrückt, an Sorgen, an Schmerz, an Unterdrückung, an Schuld. Einer macht Euch frei, dieser macht Euch frei – Jesus Christus, Sohn Gottes.
Das ist für Euch. „Das aber“, schreibt Paulus, „das aber schreibt euch auf die Fahnen: Seht das Leid, seht den Kummer, die Traurigkeit, die Armut, die Einsamkeit, die Sorgen von Menschen. Lasst andere wissen, wie es euch geht. Und seht, wie es den anderen um euch geht, seht ihre Seele, ihren Körper, ihr Leben, nehmt sie wahr und nehmt euch einander an. Seht Euch an. Hört hin. Hört zu. Redet miteinander. Helft euch. Tragt einander. Macht ihre Sorgen zu euren Sorgen. Und lasst euch selbst auch helfen.“ „Einer trage des anderen Last“ - in einem Wort zusammengefasst: Seid diakonisch!

Und damit stehe ich vor der Frage: Wie steht es um die diakonische Ausrichtung unserer Gemeinde? Und weiter gefragt: Was bedeutet Ihnen ein diakonisches Profil unserer Gemeinde? Wie wird ein Mensch und wie wird eine Gemeinde zu einer sympathischen, empathischen, aufmerksamen, helfenden, kurz: zu einer diakonischen Gemeinde?

Die Antwort ist zunächst ganz einfach: Die Menschen sind es, um die es geht – als Hilfesuchende und als Helfende. Und es geht darum, die Not zu spüren und den Schmerz zu lindern.

Ich sehe zwei Gefahren. Die eine: Wir können nicht und wir wollen ja nicht gleich die ganze Welt retten. Daran würden wir zerbrechen. Oder am „burn out“ erkranken. Aber dahinter uns zu verstecken, dass wir ja eh nichts tun können, oder: Das sollen mal die anderen machen – das ist auch nicht diakonisch.
Die andere: Professionalisierung: „Oh, ein Glück, dafür haben wir die Fachleute. Profis!“ Ja, ein Glück. Aber nein: Das entbindet uns nicht als jede und jeden einzelnen, eine solche diakonische Überzeugung zu entwickeln – als Christen in der Bürgergemeinde, in der Welt. Eine Christengemeinde ist eine Gemeinde von Menschen mit Gaben und Menschen mit Not, mit Menschen, die aufeinander achthaben.

Leben wir den jungen Menschen das vor, was wir vermitteln wollen. Seien wir authentisch. Vermitteln wir Hilfesuchenden und Helfenden, dass es um eine Wesensweise geht, um eine Grundhaltung, um eine Überzeugung. Nicht alles wird gleich mit Geld ausgeglichen. Ich finde es schrecklich, diese erste Frage vieler Menschen heute: „Was kostet das?“ Und die zweite gleich hinterher: „Und was habe ich davon?“

Es ist wie eine Idee, ein Leitsatz, den Paulus formuliert. Und die Begründung liefert er gleich mit. Und die gründet einzig in einem – in Jesus Christus. Martin Niemöller wird der Satz zugeschrieben: „Was würde Jesus hierzu sagen?“ Paulus antwortet darauf: Das ist der erste und es ist der letzte Gedanke, der uns Christenmenschen im Alltag und der uns als diakonische Gemeinde leiten sollte: „Einer trage des anderen Last – so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“

Ihr Pastor Detlef Sprick


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