Gemeindegruß November 2019

der ev. – reformierten Kirchengemeinde
Lütetsburg – Norden


Liebe Mitglieder und Freunde der Gemeinde

„Danke, lieber Gott.“
Es gibt eine auf den ersten Blick nette und den zweiten Blick tiefgründige Anekdote. In einer Zeitung erscheint folgende Anzeige: „Ich danke Gott und dem Opelfahrer, der am 12. September auf der Bundesstraße ... einen schweren Unfall verhindert hat, an dem ich aufgrund meines Überholens schuld gewesen wäre. Vermutlich haben Sie mir das Leben gerettet.“ Drei Tage später erscheint in derselben Zeitung eine neue Anzeige mit dem Wortlaut: „ Noch mal Schwein gehabt! Der Opelfahrer.“

Diese Geschichte zeigt mir: Danken ist nicht selbstverständlich. Da, wo der eine dankt, denkt der andere an Zufall und Glück. Und noch etwas wird an der Erzählung deutlich: Der Dank hat es schwer. Viel einfacher sind andere Deutungen unseres Lebens: „Schwein gehabt – der Zufall hat ́s gut gemeint.“

Der Dank hat es schwer. Manche erwarten ihn und hören ihn dann kaum. Es gibt Menschen, denen habe ich bestimmt zehnmal „Danke“ für ihren Dienst gesagt, und andere haben es ihnen auch gesagt, und sie behaupten in öffentlicher Runde: „Mir hat noch nie jemand „gedankt.“ Der Dank hat es schwer.
In unserer Geschichte: Ist es wirklich nur Glück, wenn etwas gut ausgeht? Oder mit Blick auf das Erntedankfest: Ist es nur zufällig noch mal gut gelaufen, wenn die Ernte doch noch ganz passabel war?

Hinter dem Glück könnte auch viel mehr stehen.
Für Christen ist es Gott, der genug Gutes für uns auf Vorrat hat. Er lässt das Korn auf den Feldern und die Äpfel an den Bäumen wachsen. Den Autofahrern bei dem riskanten Überholmanöver schickt er gleich eine ganze Anzahl seiner Engel. Sicher gibt es auch ganz andere Situationen.
Gottes Güte und seine guten Aktionen lassen sich nicht beweisen. Und doch sehe ich seine Handschrift, wo etwas gelingt. Ich sehe seine Spuren dort, wo das Leben eine Chance hat.

Und das nicht deshalb, weil wir so vorsichtig sind, sondern weil Gott uns Menschen trotzdem nicht verlassen hat. Ich sehe Gottes Freude am Leben, wenn er uns die Sonne, das Wasser und die Erde gibt.

Eine geniale Idee - eben Gottes Einfall und kein Zufall. Und wenn dann noch die Menschen mit Ehrfurcht und Respekt der Erde und dem Wasser, den Tieren und den Pflanzen begegnen, dann feiern wir ein Fest.

Kann man etwas tun, um dankbarer zu werden? Dankbarkeit lässt sich nicht erzwingen. Aber wer sagt denn, dass ich gleich ein überschäumendes Glücksgefühl haben muss. Vielleicht beginnt ja alles damit, dass ich mir Zeit nehme, mich an das zu erinnern, was gut war und was gelungen ist.
Und vielleicht entwickelt sich ja daraus eine Freude an dem, was ich empfangen habe und was ich nicht durch Leistung mir selbst zuschreiben kann.
Dann bin ich schon dicht am Danken und dem, was auch das Erntedankfest will: Gott „Danke“ sagen!
Vielleicht singen Sie auch das eine oder andere mal leise oder etwas lauter, allein oder mit mir und immer mehr Menschen: „Danket, danket dem Herrn, denn er ist sehr freundlich. Seine Güt´ und Wahrheit währet ewiglich.“


Es grüßt Sie herzlich Ihr Detlef Sprick


Gemeindegruß zum Download

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