Gemeindegruß Oktober 2020

der Ev.-reformierten Kirchengemeinde
Lütetsburg – Norden


Kreativ sein

Psalm 148, Verse 3+5 steht: „Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne! Die sollen loben den Namen des Herrn, denn er gebot, da wurden sie geschaffen.“

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!
Es war die Tageslosung am 2. September, die mich innehalten ließ, denn: Erntedank ist bald, der Dank für das Leben, der Dank für frisches Wasser und mehr als genug zu essen, der Dank für Licht und Wärme, für Tag und Nacht, für Frieden und Zeit, unser Dank an Gott. Und damit: Ein Lob auf den Schöpfer! Es ist Gott, der das schafft. Sein Schöpfergeist zeigt: Er ist der Kreative, der Schaffende, die Kraft, die hinter allem steht. Er ist der, der alles in Bewegung setzt und zusammenhält.
Was für ein schönes, für ein Mut machendes, aufmunterndes, motivierendes Wort ist das.
Ein gutes Wort in müder Zeit für manche, die sich vor lauter Erschöpfung fühlen wie ein Gegenstück zur Schöpfung und zum Schaffen. Ein gutes Wort für jene, die sich in Ohnmachtssituationen gegenüber anderen wiederfinden, ausgeliefert deren Worten und ihrem vernichtenden Tun. Ein aufrüttelndes Wort an die, die in Gleichgültigkeit gegenüber dem sind, was gerade in dieser Welt vor sich geht – aber kann das überhaupt irgendjemanden gleichgültig sein lassen?

"Lobet ihn, der gebot! Da wurden sie.“ Gott schafft. Gott ist der „creator spiritus“. Wie schön, dass Erntedank kommt. Wie schön, dann innezuhalten und dem Schöpfer zu lobsingen.

Sich aber auch antreiben lassen, selbst schaffen, kreativ werden, das legt uns Gott in die Hände, in unseren Geist. Nach kreativen Lösungen zu suchen heißt eben auch: Sich von eingefahrenen Bahnen mal loszusagen. Mal Neues zu wagen.

Ich bewundere immer die, die etwas schaffen, was es bis dahin noch nicht gegeben hat. Die etwas erfinden, was noch nie war und was den Menschen, der Schöpfung hilft. Patentanmeldungen folgen dann. „Das haben wir immer so gemacht“, ein oft gehörter Satz, ist das Gegenteil von Kreativität.
Aufbruch, Neues wagen – „Vertraut den neuen Wegen“ als Lied aus unserem Gesangbuch, oder noch schöner, neulich als Taufspruch von einer Familie für ihren kleinen Täufling ausge-sucht: „Fürchte dich nicht, habe keine Angst, denn ich, der Herr, dein Gott, bin mit Dir, wohin du auch gehen wirst.“ Josua erhält diese Zusage, dieses Segenswort durch Gott in dem Moment, in dem er die Nachfolge des Mose antritt. Aufbruch ins Neue, in unbekanntes Gelände, was ja räumlich wie auch inhaltlich gemeint ist.

Als Gemeinden sind wir in Corona-Zeit ziemlich kreativ geworden, Kontakt zu halten mit den Menschen in unseren Gemeinden. Schlafft das gerade ein bisschen ab? Und war es genug? Manch einer fragt das zurecht.

So ein bisschen ist es heute für uns und in unserer Gemeinde ja auch so: Wir brechen auf, betreten Neuland, wollen es schaffen, aufeinander zu hören, voneinander zu lernen, miteinander den Weg zu gehen. Etwas Neues schaffen. Kreativ sein. Herzlich willkommen, Zukunft.
In diesem Sinne danke ich Gott für sein Schöpfersein an Erntedank und bitte ihn um seinen Segen, dass sein Geist uns inspirieren möge an jedem neuen Tag. Mögen unsere Gebete und Worte erfüllt sein vom Dank und der Bitte um Kraft, um Ideen, um Offenheit, im Vertrauen auf Gott, unseren Schöpfer.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pastor Detlef Sprick


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